#OERde16 – OER-Award 2016

Vom 28.2. bis 1.3.2016 fand in Berlin das OER-Festival 2016 #OERde16 statt, im Anschluss daran wurden zum ersten Mal die Preise für den OER-Award 2016 verliehen .

Der OER-Award ist der erste große Wettbewerb zu Open Educational Resources (Freien Bildungsystemen) im deutschsprachigen Raum. Das Vorderziel dieser Auszeinung ist es, die Sichtbarkeit und Anerkennung für Akteure und Angebote zu stärken. Darüber hinaus wurde auch ein fOERder-Award ausgelobt, über den 10.000 Euro für neue Ideen und einen Preis der Jury vergeben wurde. Es gab neun Kategorien für die besten OER-Angebote, differenziert nach Bildungsbereichen und Sonderkategorien.

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Quelle: http://open-educational-resources.de/16/

Nun zu den Preisträgern!

Im Bildungsbereich Schule hat das “ZUM-Wiki” von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. gewonnen. Das Wiki stellt eine offene Wiki-Plattform für Lehrinhalte und Lernprozesse rund um Unterricht und Schule dar.

Der Preisträger in der  Kategorie Hochschule ist “Mathe für Nicht-Freaks” , dessen Ziel ist es, eine Lehrbuchreihe der Hochschulmathematik zu erstellen.

Das interessante Projekt aus dem Bildungsbereich Weiterbildung / Erwachsenenbildung heißt “Mein digitales Ich”. Das ist ein vierwöchiger kostenloser Online-Kurs, der seinen Teilnehmern näher bringen soll, wie sie ihre Online-Identität gestalten und für persönliche Ziele nutzen können. Das wird in drei abwechslungsreichen Lernformen angeboten: Lernvideos, Foren  und dem MOOCbar, der ein persönliches Treffen von den Kursteilnehmern vorsieht.

In der Kategorie Fusion wurden Angebote, die konzeptionell gezielt mehrere Bildungsbereiche miteinander verbinden, dargestellt. Den Preis hat das Projekt edutags gewonnen. Das bietet eine Internetplattform, die Lesezeichen zu allen Lernressourcen im Web unabhängig von Lizenzen speichert, ordnet, sucht und teilt. Lehrkräfte können hier interessante Webseiten sammeln: für den Unterricht oder die Unterrichtsvorbereitung, aber auch für alle anderen Bereiche des schulischen Lebens. Edutags lässt sich in die Internetrecherche integrieren und eignet sich als persönliches Arbeitswerkzeug sowie zur gemeinsamen Nutzung in Gruppen. Als User kann man interessante Lesezeichen auf der Plattform kommentieren, bewerten oder mit weiteren Schlagworten taggen. Zusätzlich zu den Lesezeichensammlungen der User unterhält edutags auch Kooperationen mit OER-Produzenten, so dass auf einen großen Pool an Ressourcen zurückgegriffen werden kann.

Den Sonder-Award OER für Integration hat “Refugeephrasebook.de” erhalten. Die Webseite bietet eine Sammlung von hilfreichen Phrasen, Vokabeln und Links für Geflüchtete und Helfer, um Ankommende bei der Orientierung nach der Einreise zu unterstützen. Ein Netzwerk von Freiwilligen übersetzt Vokabular zur ersten Orientierung mit einem Grundwortschatz sowie medizinischen und juristischen Themen in 44 Sprachen. Die Übersetzungen und Ressourcen werden als offene Daten und als druckfertige Dateien zur Verfügung gestellt. Sämtliche Materialien sind unter einer offenen Lizenz verfügbar. Flüchtlingsinitiativen, Designer und Helfer können die Daten kostenfrei nutzen und anpassen, um eigene Versionen zu erstellen und diese für Hilfsprojekte zu verwenden.

Die Jury des OER-Award 2016 hat das freie Bildungssystem “Serlo” als Projekt vom Trägerverein “Gesellschaft für freie Bildung e. V.” mit dem riesen Impakt ausgezeichnet. Serlo ist eine Online Community nach dem Vorbild Wikipedia, die einfache Erklärungen, Kurse, Lernvideos, Übungen und Musterlösungen anbietet, mit denen Schüler nach ihrem eigenen Bedarf und in ihrem eigenen Tempo lernen können. Das Angebot ist komplett kostenlos und werbefrei.

Außerdem wurde „Das Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien“ als Leuchtturmprojekt von der Jury ausgelobt.  Das ist ein Lehrbuch, bzw. eine Sammlung von Lehrtexten zu unterschiedlichen Themen und Perspektiven des Lernens und Lehrens mit Technologien. Basierend auf einführenden Texten und Beiträgen zur Geschichte werden dabei unterschiedliche Anwendungen, Technologien, Einsatzgebiete und disziplinäre Perspektiven aufgegriffen. Ein Schwerpunkt der Beiträge liegt auf neuen Entwicklungen, beispielsweise Educasts, (Micro-) Blogging oder mobilem Lernen. Die Lehrtexte enthalten Übungsaufgaben und Praxisbeispiele, die das Selbststudium oder das gemeinsame Lernen unterstützen.

Zusätzlich wurde auch ein fOERder-Award ausgelobt, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist. Diesen teilen sich drei Projekte: Mitmach-Tutorials für Junge Tüftler, MOOC Extension für Wikiversity und Videokurs „WhatsApp, meine Freunde & Ich”.

Das letzte Projekt gehört der Digitale Helden gemeinnützige GmbH. Es bietet den Videokurs für Pädagogen und ausgebildete Medienscouts an, die bei Schüler den bewussten Umgang mit Smartphones fördern möchten. Sie können damit eine oder mehrere Unterrichtseinheiten zum Thema „WhatsApp“ leiten. Das Wirkungsziel ist die Übernahme von digitaler Selbstverantwortung bei den Schülern.

Obwohl seit Jahren öfters betont wurde, dass der deutschsprachige Raum in Sachen Open Educational Resources im internationalen Vergleich eher noch rückständig ist, zeigen solche Veranstaltungen, wie der OER-Award 2016, dass der Satz heute nicht mehr stimmt und es inzwischen zahlreiche Ideen, Initiativen, Akteure, Projekte und Institutionen zu OER in allen Bildungsbereichen gibt, die sich garantiert weiter breit entwickeln werden!

Weitere Informationen über OER-Award 2016 und den Preisträgern  können Sie auf der Webseite von OER-Award 2016 finden.

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Bildquellen

  • oerde16_logo: Quelle: http://open-educational-resources.de/16/

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