Online-Prüfungen? Ein begeisterter Erfahrungsbericht

von Gast Beitrag

10 Mrz, 2022

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat auch Klaus Brenninger (Lehrbeauftragter) seine Vorlesungs- und Prüfungsformate von jetzt auf gleich digitalisieren müssen. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Bereich elektronischer Prüfungen, die er sowohl aus der Ferne als auch vor Ort abgenommen hat.

Erfahrung

Onlinetechnisch wurde ich im Frühjahr 2020 in ein neues Zeitalter katapultiert. Undenkbar, wenn ich bei meinen ersten Tippelschritten gefilmt worden wäre. Das hätte auf youtube vermutlich erst zu neuen Aufrufrekorden, dann ohrenbetäubendem Gelächter– und schließlich zu meiner vollständigen gesellschaftlichen Isolation geführt.

Zahllose Trial & Error-Experimente mit Kolleg:innen – und die tatkräftige Unterstützung des E-Learning-Teams taten dann aber ihr Übriges: Ich entwickelte mich zu einem echten Fan in Sachen Online-Lehre. Kaum schien allerdings diese Hürde genommen,  bewegte sich das Semester bereits seinem Ende zu – und damit den Klausuren. Noch bevor mir die ganze Tragweite meiner Entscheidung bewusst werden sollte, hatte mich das E-Learning-Team schon davon überzeugt, gar nicht erst mit einfachen, herunterladbaren Word- oder pdf-Dokumenten „anzufangen“. Dieses Level übersprangen wir – und starteten sofort mit der, auch als „Quiz/Test“ bekannten Klausurversion: Die Fragen müssen hier zunächst in eine Moodle-Datei eingegeben werden. Dazu stehen verschiedene Frageformate zur Verfügung – wobei ich mich für einen Mix aus offenen, Multiple-Choice- und Drag-and-Drop-Fragestellungen entschied. Ein Großteil der Korrekturen kann deshalb automatisiert erfolgen – und spart damit mittel- und langfristig erheblich Zeit. Doch nicht genug damit: Die Fragen können in ihrer Reihenfolge randomisiert werden – und somit bei Online-Klausuren von zuhause aus spicksicherer gestaltet werden.

Besonders empfehlen kann ich darüber hinaus die Etablierung von Fragenpools: Für jeden inhaltlichen Fragenkomplex lassen sich ähnliche, nur leicht variierte Fragestellungen erarbeiten, aus denen dann, pro Fragenkomplex, nach dem Zufallsverfahren eine oder mehrere Fragen „gezogen“ werden. Somit erhalten alle Studierende eine in ihrer Zusammenstellung einzigartige Klausur. Auch wenn es natürlich ohnehin niemand macht ; ) … das Spicken wird so erheblich erschwert. Und, in Kombination mit einer randomisierten Reihenfolge der Fragenkomplexe sowie einer, keine Langeweile aufkommen lassenden Prüfungslänge quasi unmöglich.

Bei den Studierenden kamen die Online-Klausuren bisher ausnahmslos gut an: Größere Beschwerden gabs bisher keine, weder technische noch inhaltliche. Das bestätigte auch eine erste Umfrage, die das E-Learning-Team im Anschluss an meine erste „Online-Klausur in Präsenz“ kürzlich durchführte. Apropos: Ein herzliches „Vergelt´s Gott“ an die Kolleginnen Ehrlich und Mey! Nur ihrer tollen Unterstützung zu (fast) jeder Tages- und Nachtzeit ist es zu verdanken, dass ich den Quantensprung in die Online-Lehre nicht nur erfolgreich meistern konnte, sondern sogar richtig Spaß an der Nutzung der neuen Möglichkeiten bekommen habe! Herzlichen Dank dafür!

Fazit

Wenn ich meine Eindrücke kurz zusammenfassen müsste:

 

  • Je nach Klausurart mehr oder wenig aufwändige erstmalige Erstellung (Note 1-3).
  • Hervorragende technische Unterstützung bei der Erstellung der Online-Prüfungen jeder Art durch das E-Learning-Team (Note 1); denkbar wären regelmäßige Einführungs- und Auffrischungskurse zu Semestermitte.
  • Sehr hohe Akzeptanz der Online-Prüfungen jeder Art unter den Studierenden; besonders gut kamen Klausuren mit sich abwechselnden Frageformaten an (Note 1).
  • Erleichterungen bei der Korrektur der Klausuren: Gemischt – geschlossene Fragen hervorragend, offene sind immerhin besser zu dechriffrieren (Note 1-2).
  • Unterschiede in den Noten konnte ich nicht feststellen (Note 1).
  • Die Sicherstellung betrugsfreier Online-Klausuren variiert wohl je nach Gestaltung und Durchführungsort der Klausuren (Note 1-4): Ich empfehle randomisierte Fragen aus Fragepools – am Besten in den dafür extra eingerichteten PC-Räumen an beiden Campi (Note 1).

Weiter zum Artikel "Die Moodle-Fragensammlung"


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