Aktuelles zu Webkonferenzen

Bei allen Überlegungen, wie Lehrveranstaltungen in der aktuellen Situation durchgeführt werden können, erscheint eine Verlagerung in den virtuellen Raum als die Naheliegenste. Die sehr hohe Nachfrage nach Adobe Connect Accounts und Schulungen zeigt uns das.

Eine weitgehend flächendeckende Umsetzung der Präsenzlehre in Form von Webkonferenzen ist jedoch nicht möglich. Die Kapazitäten des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) sind für solche Spitzenbelastungen nicht ausgelegt. So laufen Sie Gefahr, dass die Webkonferenz nicht störungsfrei läuft oder gar nicht verfügbar ist. Auch außerhalb der Infrastruktur der HWR Berlin und des DFN werden die Netze außerordentlich stark belastet sein, so dass es vielleicht auch ihren Studierenden nicht immer möglich sein wird, an einer Videolehrveranstaltung teilzunehmen.

Überlegen Sie bitte bei Ihrer alternativen Lehrplanung, wann virtuelle zeitlich synchrone Treffen wirklich erforderlich sind. In vielen Fällen reichen die vielfältigen Möglichkeiten des asynchronen Bearbeitens von Studienmaterialien vollkommen aus. Nutzen Sie daher vorrangig die Möglichkeiten, die Moodle bietet. Wir haben viele Anleitungen und Tutorials für den einfachen Einstieg für Sie zusammengestellt.

Sind Webkonferenzen über Adobe Connect zwingend erforderlich, nutzen Sie wenig frequentierte Randzeiten in den Morgen- und Abendstunden. Das ist nicht sonderlich populär, steigert aber ihre Chancen auf störungsfreie Treffen.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle auch alternative Konferenztools nennen. Einige Unternehmen bieten aktuell (befristet) die kostenfreie Nutzung ihrer Tools an. Das sind Dienste außerhalb der Hochschule und des DFN, bedenken Sie das bitte bei ihrer Planung.

Unabhängig davon bemühen wir uns aktuell um die Umsetzung einer neuen (einfacheren) Authentifizierungsmethode an den DFNConf Diensten. Bis dahin haben Sie bitte etwas Geduld, wir bearbeiten alle Anfragen, die an uns gerichtet werden. Die Antwortzeiten können aktuell aufgrund der Fülle der Anfragen variieren.

Kostenfreie Alternativen*

Dienste des DFN

*WERBUNG: Links führen u.a. zu kommerziellen Angeboten | nicht abschließende Übersicht

Auf Anraten unseres Datenschutzteams beachten Sie bitte folgende Hinweise:

Die Nutzung von externen Alternativen muss datenschutzkonform sein, für die Einhaltung ist jeder Lehrende selbst verantwortlich. Die Nutzung externer Ressourcen ist auf absolut freiwilliger Basis durchzuführen, weil es keine Rechtsgrundlagen für die Datenverarbeitung durch extern andministrierte Systeme gibt. Es ist sinnvoll hier Einwilligungen einzuholen und auf Risiken durch z.B. Tracking hinzuweisen.
Freiwillig heißt, dass wenn jemand nicht teilnehmen möchte, ihm dadurch keine Nachteile entstehen dürfen. Er müsste die Unterlagen oder den Unterricht auf andere Weise "nachholen" können...

On the advice of our data protection team, please note the following information:

The use of external alternatives must comply with data protection regulations, and each teacher is responsible for compliance. The use of external resources must be carried out on an absolutely voluntary basis, as there is no legal basis for data processing by externally registered systems. It makes sense to obtain consent and to point out the risks involved, e.g. tracking. Voluntary means that if someone does not wish to participate, he or she must not suffer any disadvantages. He would have to be able to "catch up" on the documents or the lessons in another way...

5 thoughts on “Aktuelles zu Webkonferenzen

  1. Danke für die Hinweise. Ich will es zu “Stosszeiten” (?) – Freitag 12-17 Uhr mal mit Adobe Connect probieren. Audio-only (also kein Video) könnte auch schon helfen. Die Alternative, die ich mir letzthin angeguckt habe, ist Jitsi meet – https://meet.jit.si/ – open source und umsonst, gute Performance. Eine Alternative zu Zoom, was viele kennen mögen, und was auch in USA viel im Hoch/Schulbereich eingesetzt wird. Kahoot! Quizzes beispielsweise kann man auch als “Challenge” spielen (also man schickt die Studis in die Challenge und trifft sich nach 10 Minuten online wieder – analog einer Pause im Hörsaal. Dann hat man die Ergebnisse vorliegen. Zum direkten Austausch, mind. mit Chat, gibt es kaum eine Alternative. Da liegt u.a. vielleicht daran, dass die Studierenden (ich sollte sagen: meine Studierenden) nicht mehr gewohnt scheinen, von Materialien zu lernen, sondern ziemlich abhängig von der Hörsaal-Erfahrung sind. Klingt sehr analog, ich weiß. Wenn allerdings nur noch offline-Materialien zur Verfügung stehen, dann kommt der alte, vor-digitale Mensch vielleicht wieder zum Vorschein? Ich bin gespannt! Viel Erfolg und gute Gesundheit ins E-Learning Zentrum!

    PS. (16.3.) … Blended Learning ist aber auch ganz gut – bspw. kann man leicht aus einem Video oder einigen Folien eine interaktive Präsentation mit Fragen, Quiz und Hintergrund machen. Mit oder ohne Tonaufnahme. Hier mal ein paar vermischte Beispiele, die ich in meinen Online-Lektionen verwende, und die von den Studierenden auch positiv angenommen werden: https://h5p.org/user/125353/mycontent – wenn man dann wissen will, wie das geht (ist sehr einfach!), in den Reiter “Examples und Downloads” wechseln.

    PPS. (17.3.) Ich habe mal einige dieser Angebote privat getestet. Hier mein vorläufiges Ergebnis:
    – Jitsi meet funktioniert am Einfachsten – keine Registrierung, nur Link, kein Klient. Muss ich aber noch mit mehreren (> 2) TN testen.
    – Microsoft Teams ist hoffnungslos – hängt ewig (“wir bereiten ihren Klassenraum vor”)
    – CISCO WebEx – Raum erstellen geht schnell, auch selbst einloggen, aber mehrere Versuche, andere hinzuzufügen, scheitern. Erklärungen sind sehr unklar und ich konnte nicht mal eine 1:1 Sitzung hinkriegen.
    – Adobe Connect bleibt der Spitzenreiter, gefolgt von Jitsi Meet. Bleibe aktuell für meine geplanten Sitzungen bei Adobe mit Jitsi als Ausweichlösung.

  2. Sven Ripsas

    Danke Marcus, ich werde es auch mit Adobe versuchen und versuchen, Dir die Brandbreite zu mopsen (14-17). Mit Adobe Connect bin ich halt vertraut. Klasse ist Deine Idee der Integration von Kahoot Quizzes. Das mache ich.
    Danke ans E-Learning-Team für die vielen Tipps und Ideen. Werden ebenfalls genutzt. Mehr dann mit Erfahrungen.

  3. Ausgezeichnet (und kurz) finde ich diese beiden HBR-Artikel, in denen eine “fast response strategy” erläutert wird:

    https://hbsp.harvard.edu/inspiring-minds/how-to-quickly-adapt-to-teaching-online
    https://hbsp.harvard.edu/inspiring-minds/you-can-still-engage-your-students-when-teaching-online-heres-how

    Sehr viel mehr kann man eigentlich zur Didakik in dieser Kürze nicht sagen – und für die viele, die noch nie mit E-Learning zu tun hatten, ist dies vermutlich schon zu viel…

  4. Ein wichtiger Beitrag derzeit, perfekt!

    Ich selbst nutze derzeit Riot: https://about.riot.im/
    Der Instant-Messaging-Dienst ist dezentral, baut auf dem offenen Matrix-Protokoll auf und wird unter der freien Apache License 2.0 lizenziert und wird für GNU/Linux, Windows, macOS + Android und iOS kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Grunde ist der Dienst mit Slack, bzw. Microsoft Teams vergleichbar und besitzt ebenfalls eine Jitsi-Anbindung. Für den Betrieb auf eigenen Servern empfiehlt sich die Kollaborationssoftare Mattermost, die ähnlich wie Riot, ebenfalls eine Jitsi-Anbindung besitzt und sehr für größere Institutionen geeignet ist.
    Ansonsten sind im Free/Open-Source-Bereich noch Wire des gleichnamigen Schweizer Unternehmens (https://wire.com/de/products/personal-secure-messenger/) und Jami (https://jami.net/), beide GNU GPLv3-lizenziert, empfehlenswert.

    Es ist erschreckend festzustellen, mit welch einer Selbstverständlichkeit in Fachzeitschriften oder allgemeinen Zeitungen über Microsoft Teams, Google Hangouts, Zoom und Co. berichtet wird. Freie Software und deren offene Protokolle wie Matrix, Signal, Jami oder XMPP/Jingle hingegen maximal am Rande vorgestellt werden.

    @Marcus: Ich selbst habe Jitsi mittlerweile fast täglich mit 3-4 Teilnehmer*innen ohne größere Probleme im Einsatz, besonders hervorzuheben ist die exzellente Audioübertragung. Beim Video gibts allerdings auch nur selten Probleme.

  5. @Christian vielen Dank, riot kannte ich selbst noch nicht. Mit Jitsi mache ich heute mal einen Stresstest (30-60 TN). Video muss nicht sein – Screen sharing ist mir wichtig. Allerdings bin ich auf Linux, deshalb geht da nix mit Adobe Connect (AC). AC hat ansonsten viele Vorteile – breakout rooms (gibts, wie ich höre, auch bei Zoom, aber nicht umsonst), DFN Server, und vor allem die Möglichkeit, beliebig viele Raum-Topologien einzustellen (z.B. 1 Screen für Präsentationen, 1 Screen zum Ankommen, 1 Screen für die Diskussion usw.). Als Lehr-Raum eigentlich schwer schlagbar. Bei so kleinen Gruppen (3-4) zählen ganz andere Dinge als bei > 20 TN. – Zum chat (riot usw.): ich kümmere mich vor allem um unsere Lehrbeauftragten im Moment – da müssen wir so viel wie möglich mit existenter Infrastruktur arbeiten, denn die sind ohnehin schon genug gestresst…also Moodle im Zentrum und möglichst viele browser-only Dienste drum herum. Für den Chat würde ich z.B. Moodle-Chat empfehlen – funzt. Hatte erst an Slack gedacht, aber auch die Studis sind leicht mit zu vielen Plattformen überfordert. Deshalb für die: Moodle + webinar und das wars.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden