Moodle wird 2.8 – die neuen Funktionen

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Moodle 2.8. Bild: Flickr Internet Book Archive

Moodle ist mal wieder eine Versionsnummer älter geworden. Während das Älterwerden manche Menschen manchmal etwas betrübt zurücklässt, gilt das bei Programmen fast nie (mal angenommen, sie besitzen so etwas wie Gefühle). Denn Moodle ist jetzt nicht nur durch zahlreiche Bugfixes stabiler und sicherer geworden, sondern bietet wieder ein paar Funktionen mehr an und um diese geht es in diesem Beitrag:

Dem allgegenwärtigen Trend zu immer mehr Gamificationelementen hat Moodle nun mit der Funktion „Auszeichnungen“ seinen Tribut gezollt. Die Auszeichnungen geben den Trainer/innen die Möglichkeit, besondere Fähigkeiten und Leistungen eines Nutzers zu honorieren. Die Auszeichnungen werden dabei im Profil des Nutzers angezeigt und bleiben sogar über den Kurs hinaus bestehen, damit sie jeder sehen kann und eben auch soll. Das Ganze soll den Träger wie eine Medaille für sportliche Leistungen belohnen und zum Sammeln motivieren.

Auszeichnungen können dabei nach verschiedenen Kriterien verteilt werden:

  • Manuelle Verleihung durch Nutzer/innen einer bestimmten Rolle
  • Kursabschluss
  • Aktivitätsabschluss

Um die Auszeichnung persönlicher zuzuschneidern, können diese mit einem Bild, einem Namen und einer Beschreibung selber gestaltet werden.

PokalDie Jagd auf Auszeichnungen kann also beginnen und wer weiß, vielleicht endet der ein oder andere Highscore dann am Semesterende mit einem Besuch in einer Kneipe bei einem erfrischendem Freibier 😉

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen sind eigentlich nicht wirklich neu, denn es gab sie bisher nur unter einem anderen Begriff. Bis Moodle 2.6 hieß diese Funktion nämlich Bedingte Aktivitäten bzw. Bedingte Verfügbarkeit. Wer damit bereits vertraut ist, für den hat sich seit Moodle 2.7 nur die Konfigurationsmaske verändert.

Bei den Voraussetzungen können Lehrende in einem Moodle-Kurs den Zugriff auf eine Aktivität oder ein Arbeitsmaterial an Bedingungen knüpfen. Solche Bedingungen bzw. Voraussetzungen können sein:

  • ein bestimmtes Datum oder ein festgelegter Zeitraum
  • eine Bewertung (Note, Punktzahl, etc.), die vorher im Kurs oder in einer anderen Aktivität erreicht werden muss
  • der Abschluss einer vorherigen Aktivität

Ich kann mir gut vorstellen, dass bei unterschiedlichen Aktivitäten oder Arbeitsmaterialien, welche einige davon beliebter und andere unbeliebter sein mögen, aber didaktisch die unbeliebtere zuerst erledigt werden sollten, diese Funktion ihre Anwendung finden kann.

 

Aktivitätsabschluss

Die Funktionalität Aktivitätsabschluss ermöglicht es Trainer/innen, Kriterien oder Bedingungen zu definieren, wann eine Aktivität als abgeschlossen (also: erfolgreich bearbeitet) gilt. Wenn die Bedingungen erfüllt sind, dann erscheint hinter der Aktivität auf der Kursseite ein Häkchen. Solche Bedingungen oder Kriterien können sein:

  • die Aktivität wurde angeklickt
  • es wurde eine bestimmte Punktzahl erreicht
  • ein bestimmtes Datum wurde erreicht
  • die Person hat die Aktivität eigenverantwortlich als abgeschlossen markiert.

Es gibt hier wirklich alle erdenkliche Einstellungsmöglichkeiten, was sich schon an der Seitenanzahl der Anleitung für diese Funktion erkennen lässt. Was aber nicht heißt, dass es sich nicht auch auf einfache und schnelle Weise anwenden lässt.

Womit die Vorstellung der neuen Funktionen auch schon wieder fertig ist. Ich wünsche allen Kurstüftlern viel Spaß beim Ausprobieren und Erstellen. Die Studenten werden es sicher dankend annehmen.

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4 Gedanken zu „Moodle wird 2.8 – die neuen Funktionen

  1. Vielen herzlichen Dank für diesen informativen Kurzüberblick! In dem neuen online Kursus für Masterstudenten (“Research Methods”) probiere ich tatsächlich alle drei von dir erwähnten Neuerungen aus. Wie das bei den Studierenden ankommen wird, weiß ich natürlich noch nicht, aber ich fand den Aufwand vergleichsweise gering.
    Spaß gemacht hat mir insbesondere, eigene Auszeichnungen (“Badges”) zu zeichnen. Hier ist ein Beispiel: http://bit.ly/GuineaPigBadge (den kriegen die Studierenden, wenn sie am Kursende Feedback gegeben haben) – besonders das Ausmalen des Badges hat mir auch Spaß gemacht 😉

    Die Fortschrittsanzeige durch Checkboxen finde ich auch grossartig. Ich werde in jedem Fall hier berichten, wie es weitergeht. Gestern habe ich diese Neuerungen auch einer Gruppe von Professoren der Hochschule vorgestellt, die ebenfalls online Kurse entwickeln möchten – mein Eindruck war, dass dies gut ankam, wenn die Kollegen auch noch einige Zurückhaltung zeigten, weil ihnen der Aufwand vermutlich hoch erschien; ich kann das aus der Sicht eines Dozenten, der noch gar nicht mit Moodle gearbeitet hat, gut verstehen. Meiner eigenen Erfahrung nach lassen sich diese Neuerungen aber vergleichsweise leicht durchführen – zum einen sind sie logisch und zum anderen handelt es sich in der Praxis tatsächlich nur darum, einige Häkchen zu setzen. Der Aktivitätsabschluss hier etwas komplizierter, weil man sich über die Grundbedingungen Gedanken machen muss. Aber das muss man im realen Klassenzimmer ja ganz genau so!

    Wer sich unter den Kollegen hierfür interessiert, möge mich gerne für einen ausführlicheren Erfahrungsbericht und eine Demonstration kontaktieren (msb@hwr)!

  2. Noch ein Nachtrag: für Studierende des oben erwähnten Online-Kurses habe ich einen kleinen Screencast (auf Englisch) gemacht, in dem ihr die im Artikel hervorgehobenen Elemente in Aktion sehen könnt (Link) – das Filmchen ist 6 Min lang, die Boxen usw. kommen schon in den ersten 2 Minuten, dann geht es weiter mit “Lessons” (Lektionen), einem Objekt, das vielleicht auch nicht alle kennen. Ich werde demnächst auch noch ein paar Screencasts zu diesen Einstellungen machen und dann hier “verscherbeln”.

  3. Lennart Bolduan

    Hallo da draußen! Sehr guter “Changelog” 🙂
    Ich finde die neuen Optionen auch sehr nett. Nun stellt sich mir die Frage, wie die Dozenten die Moodle nur als Datenablage nutzen dazu motiviert werden sollen 60 Minuten Zeit zu nehmen um Ihren Kurs durch die o.g. Maßnamen in Moodle schön auf zu arbeiten. Da fehlt Erfahrungsgemäß die Bereitschaft zur Vorarbeit, die Mittel zur Umsetzung und die angst vor der Technik/LMS.

    Gibt es da Hilfe durch die Hochschule?
    In wiefern wird die Lehrkraft unterstützt?

  4. @Lennart – das von dir angeschnittenen Thema der Motivation ist natürlich ein Dauerbrenner beim Äh-Learning…In meiner Erfahrung ist nur ein Teil der Dozenten darf scharf, ihren ROI zu optimieren und guckt extrem auf die Zeit. Es handelt sich, dass sehen immer mehr ein, um eine Gorbatschow Situation: willst du Teil des Problems bleiben oder Teil der Lösung werden? Ganz konkret gibt es eine Menge über dich die Hochschule, eigentlich immer viel mehr, als im Einzelfalle abgefragt wird: es gibt Einzel- Unterstützung durch erfahrene Dozenten und Mitarbeiter wie mich und viele andere, es gibt Einzel- Unterstützung durch ebenfalls erfahrene (jedenfalls in Werkzeugen und Technik); es gibt Schulungen sowohl online als auch offline. An der Bereitschaft der Hochschulleitung zur Unterstützung oder an den Mitteln fehlt es nicht wirklich (mehr). Mehr Publicity-Dampf brauchen wir nicht, denke ich, sondern einfach noch mehr schöne Beispiele – um so leichter wird die Überzeugungsarbeit. Am Anfang jeder Änderung steht immer der Wille und der lässt sich nicht erzwingen.

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