OER-Bastelwerkstatt in LISUM

Anfang November traf ich mich mit vielen OER-Begeisterten im Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), um ganz intensiv an Projekten zu arbeiten. Die Abkürzung OER steht für Open Educational Resources und das war auch schon die einzige Voraussetzung für alle Ideen. Sämtliche Bildungsbereiche waren willkommen, einzelne winzige Ideen genauso wie umfangreiche Vorhaben mit vielen Beteiligten. Ziel war für alle Projekte eine Veröffentlichung als freies Bildungsmaterial.

So offen wie das Angebot war auch die Organisation. Man konnte sich im Vorfeld der Veranstaltung einer bestehenden Arbeitsgruppe anschliessen oder eine eigene “Community” anbieten. Uns interessierte vor allem das Format, recht kurzfristig ergab sich jedoch ein Thema für eine eigenes Projekt:

Eine sehr kurzfristige Idee, noch ist offen ob der Kurs so zustande kommt. Aber das ist ja der Vorteil von offenen Materialien – vielleicht schläft die Idee bei uns noch ein wenig länger und wird dafür von anderen Interessierten entdeckt und weiterentwickelt.

Ablauf der Veranstaltung

Neben der Vorbereitung für das eigene Projekt (inkl. Last-Minute-Kauf + Fast Reading von relevanten eFachbüchern im Bus zur Veranstaltung) gab es noch jede Menge Input des Organisationskomitees zu verarbeiten. Der begleitende Veranstaltungsplan erschlug mich auf den ersten Blick. Vortragsrunden, kleine und große Expertensprechstunden, Zeitfenster für spontane Sessions – ich war völlig überfordert vom Angebot. Von 7:00 Uhr – bis 18:00 Uhr gabe es durchgehend begleitende Termine, manche nur 10 Minuten, andere länger und sich meistens zeitlich überschneidend. Die empfohlene Sched-App half ein wenig die Auswahl einzugrenzen, wahrscheinlich habe ich trotzdem viele interessante Sachen verpasst.

Außerdem gab es diverse Special Interest Groups (SIGs) in Telegram. Jeder konnte sich in jede themenbezogene Messenger-Gruppe anmelden und dort Informationen sammeln den Austausch mit anderen Interessierten beginnen. Und jeder konnte eine eigene Gruppe beginnen. Am Ende der Veranstaltung gab es über 50 SIGs, auch hier habe ich mit nur vier Gruppenteilnahmen wahrscheinlich richtig gute Informationen verpasst.

Doch trotz des überbordenden Angebotes war die Stimmung während der Werkstatttage entspannt. Das Organisationskomitee und alle Trainer/innen hatten für Fragen Zeit und ob man den Fokus auf die konzentrierte Arbeit oder viel Input legte, blieb den Teilnehmenden (im Barcampjargon “Teilgebenden”) überlassen. Viele kleine Arbeitsgruppen arbeiteten gemeinsam an großen Tischen, ausgestattet mit reichlich Steckdosen und persönlich geschmückt. Der Blick über den Tellerrand war da inkludiert. Neben mir arbeitete z.B. Wiebke daran, ihr gesammeltes Wissen rund um das Thema “Deutsch als Fremdsprache im Museum” zur Weitergabe aufzubereiten, gegenüber wurden Selbstlernmaterialien zum Thema Faktenprüfung erstellt.

Die Ergebnisse

Am letzten Werkstatttag gab es dann eine Deadline. Bis 14:30 Uhr sollten möglichst alle Ergebnisse unter einer freien Lizenz veröffentlicht und für eine gemeinsamen Blick verlinkt sein. Ingesamt stehen jetzt 36 Materialien zur Verfügung! Die Bandbreite ist groß, es wurden Videos, Arbeitsblätter, Web- und Wikiseiten, H5P-Anwendungen und Verschiedes mehr entwickelt. Aus meiner Minigruppe gab es den Link zu einem Moodlekursentwurf der zumindest als Grobstruktur jetzt steht.

Mit dem Erreichten können wir m.E. zufrieden sein. Einige Themen sind schon befüllt, andere Bereiche nur grob angedacht, formatiert ist kaum etwas und es bleibt noch unheimlich viel Arbeit am Kurs offen. Das freie Moodle hat zudem so einige Lücken, es gibt z.B. keinen Fortschrittsbalken und keine H5P-Anwendungen. Viele Plugins die für uns schon selbstverständlich sind, habe ich hier vermisst. Aber zur groben Strukturierung genügt es und die spätere Feinarbeit im eigenen Moodlesystem bleibt den jeweiligen Nutzer/innen überlassen.

Wenn die Kursplanung für uns konkreter wird, würde ich trotzdem gern noch länger im freien System arbeiten. Neben dem Wunsch unsere Planung mit anderen Hochschulen zu teilen, hat das einen eigennützigen Zweck. Ich habe mich dabei erwischt, den Materialeinsatz viel sorgfältiger anzugehen. Urheberrechtliche Zweifel sind leichter auszuhalten wenn der Kurs noch hinter einer Wand liegt. Ich kennzeichne und verlinke verwendete freie Bilder so viel sorgfältiger.

Meine extrinsiche Motivation ist für den eine sorgfätigen Umgang mit dem Urheberrecht doch nützlicher als mein intrinsischer Willen.

 

Die beiden nächsten Veranstaltungen

möchte ich allen OER-Interessierten empfehlen.

Ergänzenden Linkliste:

 

 

 

 

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Bildquellen

  • Studium Generale: susannemey
  • Kursplanung: susannemey
  • Lisum: susannemey

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