Webkonferenzen – Lernen von zu Hause aus leicht gemacht

Quelle: Wikimedia Commons

von Mandy Wegner

Webkonferenzen werden in Fernstudiengängen in vielfältiger Art und Weise eingesetzt: als klassische Vorlesung, als Online-Sprechstunde, als interaktives Schulungs-Webinar und vieles mehr. Auf konkrete Beispiele und Erfahrungen sei auf den Artikel vom FSI vom 11.09.2012 verwiesen:  “Webkonferenzen in der Lehre”.

Umgesetzt werden die Webkonferenzen bei uns in den Fernstudiengängen mit Adobe® Acrobat® Connect™ Pro. Die Praxis zeigt, dass man als Veranstalter mit dem Programm wirklich mühelos die Webveranstaltungen anlegen und verwalten kann. Auch die Gestaltung eines ansprechenden virtuellen Raums ist einfach zu organisieren und selbsterklärend.

Für die Lehrenden und die Studierenden zeigt es sich von Vorteil, dass sie keine zusätzliche Software für die Nutzung von Adobe Connect installieren müssen. Lediglich ein aktueller Browser und Flash-Player ist auf Softwareseite erforderlich. Auf Seite der Hardware genügt in der Regel auch die Standardausstattung: Boxen/ Lautsprecher oder Kopfhörer und je nach Bedarf  ein Mikro sowie eine Webcam. Alles in allem also die  Standardausstattungen der heutigen Geräte.

Das Lernen „anywhere“ – was insbesondere für das Fernstudium von hoher Relevanz ist – wird daneben unterstützt, indem die Studierenden Adobe Connect auch über mobile Endgeräte (iphone, ipad oder Android-Endgeräte) nutzen können. Hierzu ist lediglich das Installieren der jeweiligen Adobe Connect Mobile-App nötig. Rückmeldungen meiner Studierenden zeigen, dass dies insbesondere im Fernstudium eine ideale Ergänzung für sie ist.

Zusammenfassend gesehen, bereichert Adobe Connect durch sein grundsätzlich einfaches Handling und seine vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten die Lehre in den Fernstudiengängen auf optimale Weise.

Doch jede Medaille hat auch ihre Kehrseite.

Trotz der angesprochen vielen Vorteile und der eigentlich problemlosen Nutzung, gibt es aber auch Nachteile. So erfordert der Einsatz solcher digitaler Medien von allen Beteiligten eine hohe Medienkompetenz. Insbesondere das medientechnische Wissen sollte hier nicht unterschätzt werden.

Der Erfolg einer Webveranstaltung begründet sich nämlich meines Erachtens nicht nur durch die didaktisch perfekte Inszenierung sondern auch darin, dass die Webveranstaltung für alle Beteiligten reibungslos abläuft. So ist nichts entmutigender für die TeilnehmerInnen, als wenn die Nutzung letztendlich an kleinen technischen Problemen scheitert:

Houston We have a Problem:

“Ich kann Sie nicht hören!”
„Sie sprechen viel zu laut/ zu leise!“
„Der Ton ist so verzögert oder abgehakt.“
„Ich werde ständig aus der Webveranstaltung geschmissen und muss mich neu einloggen.“
„Ich kann den virtuellen Raum nicht betreten –  er loggt sich einfach nicht ein.“
„Die bereitgestellten Materialien lassen sich nicht herunterladen.“
„Mein Mikrofon funktioniert einfach nicht.“
und so weiter….

Diese kleine Auswahl an real in unseren Webkonferenzen aufgetretenen Problemen ist in der Regel rein technischer Natur und lässt sich meist leicht beheben. Doch kann man von den Lehrenden auch erwarten, dass sie im Sinne eines technischen Supports, diese während der Webveranstaltung auftretenden Probleme klären? Insbesondere, wenn es sich um die ersten Webveranstaltungen handelt?

So habe ich für mich realisiert, dass es Sinn macht, die Webveranstaltungen (insbesondere bei den ersten Malen) zu begleiten bzw. begleiten zu lassen, um den Erfolg eben wegen etwaig auftretender technischer Probleme nicht zu gefährden. In der Praxis bedeutet dies, dass neben dem Lehrenden ein weiterer Moderator/ Veranstalter  virtuell anwesend ist. Dieser bearbeitet die – meist individuell – auftretenden Probleme der einzelnen TeilnehmerInnen durch entsprechenden Support (Live-Chat, telefonisch, per Mail).  Mit ein wenig Erfahrung ist dies routiniert möglich, denn es sind ja in der Regel keine unlösbaren technischen Probleme. Der Lehrende kann sich so auf das Wesentliche – nämliche seine Lehre konzentrieren. Die Studierenden gehen im Idealfall nach einem gelösten Problem nicht „verloren“ und partizipieren weiter von der Webveranstaltung.

Wegner, Mandy, Studiengangskoordinatorin Master Public Administration, FSI
06.06.2013

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3 Gedanken zu „Webkonferenzen – Lernen von zu Hause aus leicht gemacht

  1. Ich habe auch ausgezeichnete Erfahrungen mit Webkonferenzen im Unterricht gemacht, insbesondere mit Adobe Connect, auch außerhalb des Fernstudiums. In meiner regulären Präsenzlehre muss ich immer aus gegebenem Anlass einzelne Lehrveranstaltungen in das virtuelle Klassenzimmer verlegen: zum Beispiel bei Terminen nahe an Weihnachten, oder wenn ich selber wegen einer Dienstreise oder einer Konferenz sonst den Termin ganz ausfallen lassen müsste. Von den Studierenden werden diese Sondertermine sehr gut angenommen. Die Beteiligung, wenn die Studierenden zuhause bleiben können, ist überdurchschnittlich gut, und vor allem höre ich viel von Studierenden, die im realen Klassenzimmer oft nicht präsent zu sein scheinen. Die Parallelität von Audio (Sprechen und zuhören) und Chat (Schreiben in Echtzeit) zahlt sich ebenfalls aus: im Chat können Fragen geparkt bzw. parallel abgearbeitet werden, oder Studierende (oder ich) können sich in Privatchats untereinander austauschen. Die Übung, die unsere zeitgenössischen Studenten im Multitasking haben (gucken, sprechen, denken), kommt Ihnen hier gut gelegen, weshalb ich nicht die Erfahrung gemacht habe, dass Studierende eine Schulung benötigen. Die Lehrenden hingegen schon— weshalb die HWR auch regelmäßig (natürlich in Adobe) solche Schulungen anbietet, mit denen sie nach 2 Stunden oder weniger in der Lage sein sollten, eine ganze Lehrveranstaltung im virtuellen Klassenzimmer zumindest durchzuhalten. Denn die Didaktik virtueller Umgebungen ist natürlich eine andere, deshalb macht sich bezahlt, Inhalte und Darbietung der virtuellen Umgebung anzupassen: das setzt Erfahrung und Anwendung voraus, und es wäre gelogen zu sagen, dass das Meistern der virtuellen Lehre schneller geht als das Meistern im realen Klassenzimmer…

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