Der Onboarding Kurs und was dann folgte

Ganz neu an der HWR Berlin sollte ich mich fortbilden. Zur Auswahl standen klassische Formate und der Onboarding-Kurs des E-Learning-Zentrums. E-Learning hat mich schon früher interessiert, weshalb ich es reizvoll fand, ein bisschen mehr zu erfahren.

Und so kam ich, wie immer zu spät, zu der ersten Präsenzveranstaltung. Hier forderte uns das E-Learning-Team gleich richtig. Wir durften wählen zwischen Plotagon und My Simple Show, um Lerninhalte visuell darzustellen. So was hatte ich noch nie gemacht! Aber unsere Gruppe war wirklich lustig und unser Video am Ende auch. Als Ergebnis erhielten meine Studierenden schon zwei Wochen später ihr erstes Lernvideo.

Die im weiteren Verlauf des Kurses zu absolvieren Sessions waren ehrlich gesagt anstrengend. Aber wir lernten, Moodle richtig für den Unterricht einzusetzen und nicht nur als elektronisches Ablagesystem zu verwenden. Das fand ich spannend und ich gebe zu, es hat mir Spaß gemacht. Deshalb „durften“ meine Studierenden gleich in meinem ersten Semester an der HWR Moodle wöchentlich benutzen. Fallübungen gab es nur noch online als Aufgabe, Wiederholungen fanden in Form von Tests statt, Gelerntes wurde in ein Glossar eingepflegt und kommentiert und vieles mehr.

Ein Jahr später

… ist das Ganze natürlich schon ausgereifter. Lernziele und Unterlagen finden die Studierenden nur in Moodle. Die Tests sind mittlerweile für alle Studierenden eine Selbstverständlichkeit zur Vorbereitung auf die Klausuren, Umfragen und Gruppeneinteilungen erfolgen natürlich auch in Moodle, Aufgaben werden ausnahmslos elektronisch abgegeben. Zudem gibt es einige Spielereien, beispielsweise Lernvideos, Kreuzworträtsel, Galgenmännchen und mehr.

Zur Motivation der Studierenden tragen mit Sicherheit auch die Auszeichnungen bei. Und der Fortschrittsbalken zeigt allen, ob sie die Aufgaben bearbeitet haben.

Zukünftig würde ich gerne noch mehr elektronische Komponenten einführen. Insbesondere möchte ich bald ganze Vorlesungen rein elektronisch gestalten, natürlich mit einem Präsenzteil über Adobe Connect. Das klappt in kleinen Gruppen schon jetzt ganz gut. Die Herausforderung wird es sein, das mit einem ganzen Kurs umzusetzen und dabei jeden einzubeziehen.

Das Beste an E-Learning ist aus meiner Sicht, dass es nicht nur den Studierenden, sondern auch den Lehrenden jede Menge Spaß und Flexibilität bringt. Zudem ist der Lernerfolg bei den Studierenden nach meinen Erfahrungen deutlich größer als er es in meinen analogen Vorlesungen je war.

Und so ganz nebenbei gilt man als Dozent, wenn man elektronische Medien einsetzt, nicht als total verstaubt. Das ist für die zwischenmenschliche Komponente gar nicht so schlecht. Wer also Spaß an elektronischen Medien hat und den Onboarding-Kurs des E-Learning-Zentrums macht, hat große Chancen, zukünftig noch viel mehr Freude an der Lehre zu haben.

 

Prof. Dr. Karola Knauthe, Fachbereich 4

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Bildquellen

  • Poster_Onboarding: Katja Drasdo
  • learn-3653430_1920: Pixabay CC0

Ein Gedanke zu „Der Onboarding Kurs und was dann folgte

  1. Liebe Karola, das ist ausgezeichnet – vor allem, dass Du den Spaß bei der Sache hervorhebst. Zu häufig jammern die Kollegen und Kolleginnen nur ‘rum, wenn es um neue Werkzeuge geht. Diese Geisteshaltung führt dann vielleicht auch zum ungerühmten “Muff unter den Talaren”. Schön, dass Du Dich dem ausgesetzt hast. Kann man deine Animation auch öffentlich bewundern?

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