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Articles Archive for Juni 2008

Allgemein, Didaktik »

[ susannemey | 24 Jun 2008 | No Comment ]

Am 19. und 20. Juni besuchte ich die LearningWorld 2008. Vieles war interessant, z.T. ergaben sich nette Gespräche und somit erste Kontakte zu den E-Learning-Profis anderer Hochschulen. Als roter Faden zog sich Themen wie „Peer Education“, „Communitybildung“  und „The wisdom of crowds“ und „Wikinomics Boom“ durch alle Vorträge.

 

Unternehmen und Hochschulen die vom erfolgreichen Auf- und Ausbau ihres E-Learningbereiches berichteten, betonten vor allem wieder die Bedeutung folgender Punkte:

 

         die Notwendigkeit der einfachen Bedienbarkeit eines komplexen Angebotes („simplexity“, „Single-User-Login“, „…immer die einfachste Alternative“),

         die Wichtigkeit einer fundierten Planung („start low – but consistent“)

         die Dynamik, die sich durch die Einbindung aller Interessierten entwickeln kann und insbesondere dabei die Nutzung informeller Netzwerke.

 

Bildungspolitisch scheint die Vernetzung auf Bundes- und Landesebene und die Contentbereitstellung für den Schulbereich gewünscht – und daher besonders förderfähig – zu sein.

 

Noch sehr strittig ist der Punkt des mobilen Lernens. In einem Vortrag als „Mega-Trend Ubiquitous Learning“ hoch gelobt, bezweifelten andere Vortragende ob der zusätzliche Produktionsaufwand jemals im Verhältnis zur Nützlichkeit stehen wird.

 

Besonders interessant fand ich die Vorstellung von Forschungsprototypen aus dem Hochschulbereich. Leider wurden ausgerechnet diese acht Vorträge von geplanten zehn auf sieben Minuten gekürzt, wodurch die Qualität der Präsentationen unnötig litt.

 

Unabhängig voneinander arbeiten z.B. die Universität Freiburg und die Universität Münster an Angeboten zur gemeinsamen Aufbereitung von Vorlesungsmaterial. Mit dem electures-wiki  lassen sich Podcast, Screenshots und andere Materialien aktiv als Diskussionsgrundlage einbinden. Das so generierte gemeinsame Skript dürfte keine Fragen offen lassen.  Auch bei der Universität Münster (Zugang nur mit Passwort möglich) geht es um das gemeinsame Anreichern und Strukturieren von Vorlesungsmaterial.  Ein weiterer Pluspunkt ist ein integriertes Karteikartensystem bei dem die erzeugten Fragen sich zur Lernwiederholung anbieten.

 

Diese Themendopplung ist m.E. ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung von gemeinsam lerngerecht aufbereiteten Skripten.

 

Sehr unterhaltsam war der Vortrag von Teut Weidemann zur Thematik der Serious Games. Er beschrieb sehr anschaulich die Hürden (unterschätzte Produktionszeiten, Kostenexplosion, Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Entwicklern und Kunden, …) die ein allzu breites Angebot von maßgeschneiderten Lernspielentwicklungen wohl noch eine Weile verhindern werden.

 

Insgesamt gab es mir etwas zuviel (Eigen)werbung. Und das häufige Voten war nur eine nette Spielerei – die Auswertung ist nicht sehr aussagefähig, da man gleichzeitig mehrere Pads bedienen konnte.

 

Abschließend noch Links zu den vorgestellten sehenswerten Internetseiten:

Ein gutes Beispiel für sinnvolle Mashups ist der WebTourCreator auf, der es Lehrern ermöglicht auf beliebigen Internetseiten Aufgabenstellungen und Fragen zur Beantwortung einzubinden.

 

Ein prämiertes Podcast der Uni Paderborn zum Thema Medienkompetenz ist der Beitrag „Playing PowerON und PowerOff = Medienkompetenz?“ 

Kostenlose Sprachpartnerschaften findet man unter bei italki.

 

Nicht ganz zum Thema Bildung passt die Winelibary von Gary Vaynerchuk. Das Angebot ist aber ein gute Beispiel dafür wie trotz schlechter Aufnahmetechnik Interesse gebunden werden kann, und wie sich durch ein Podcast als Aufhänger die Marketingstrategie zum wirtschaftlichen Erfolg führen läst.

 

Wer nähere Informationen über die Veranstaltung oder einzelne Vorträge wünscht kann sich gern bei mir melden (Susa...@hotmail.de)

Best practice, Technologie »

[ susannemey | 12 Jun 2008 | No Comment ]

Noch bis zum 25.06.08 gibt es in den Bahnhofspassagen im Potsdamer Hauptbahnhof die interaktive Ausstellung „IMAGINARY mit den Augen der Mathematik“ mit kostenloser Führung. Bilder und interaktive Installationen versinnbildlichen mathematisches Fachwissen und sollen neugierig auf die theoretischen Hintergründe machen. Zum Beispiel kann man auf einem interaktiven Bildschirm vorgegebene Formeln ändern und beobachten, was für eine Figur als Lösungsmenge der eingegebenen Gleichung entsteht. Im diesem Zusammenhang werden vom Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach viele freie Programme zur Verwendung im Unterricht angeboten.

Kurioses »

[ Lisa Steinbeck | 11 Jun 2008 | No Comment ]

Die Unübersichtlichkeit des WorldWideWeb hat endlich ein Ende.
Die Design-Agentur „Information Architects“ hat einen (klickbaren) Plan für das Internet erstellt, der sich am Tokyoter U-Bahn-Netz orientiert.
Wie auch im RealLife gibt es verschiedenfarbige Linien, die alle für unterschiedliche Bereiche stehen. So gibt es eine orangene File Sharing-Linie, die bei YouTube beginnt und mit TorrentMatrix endet, sowie eine Social Network-Linie mit Friendster und StudiVZ als Haltestellen. Das wichtigste aber ist die Ring-Bahn im Zentrum, auf der die wichtigsten Stationen des Internets, wie z.B. Google, Wikipedia und Ebay, liegen.
Ein Blick lohnt sich!

Best practice, Didaktik, Technologie, Werkzeuge »

[ axelbenz | 5 Jun 2008 | 16 Comments ]

Heute habe ich die erste Tele-Vorlesung an der FHW durchgeführt. In diesem Artikel möchte ich – ungefiltert und spontan – meine Erfahrungen damit berichten.

Worum geht es? Eine Vorlesung findet statt, wobei sie Dozent und Lernende nicht physich teffen, sondern beide der Vorlesung nur am Rechner beiwohnen.

Wie wurde es gemacht? Sehr einfach und kostenlos über www.wiziq.com . Ich hatte einen Account, und ich hatte einen (einzigen) Account eingericht, über den sich alle Lernenden angemeldet hatte. Jeder Lernende war mit einem Headset und natürlich mit einem Computer mit Internet-Anschluss ausgestattet.

Wer nahm teil? Ungefähr 16 Stundenten. 2 davon waren im Computer-Raum wirklich anwesend, die anderen nahmen alle von zu Hause aus teil (was ich nicht wusste).

Warum wurde es gemacht? Ich wollte testen, ob es technisch machbar und zumutbar ist, und ich wollte testen, wie sich diese Sitution auf die Interaktion in der Vorlesung auswirkt.

Das Werkzeug von wiziq bietet Audio- und Videoconferencing, ein Whiteboard, das Hochladen und Zeigen von Office-Dokumenten, die Möglichkeit, die Steuerung an Studenten weiterzugeben, ein Zeigeinstrument und Chat. Links, die im Chat kommuniziert werden, sind klickbar. Damit können auch „gemeinsam“ Internet-Seiten betrachtet werden. Die Vorlesung wird automatisch aufgezeichnet. Wer sie sich anschauen will, kann dies unter dem account stud...@nabidoo.de, passwort „student“ auf www.wiziq.com tun.

Wie wurde die Vorlesung bei den Studenten aufgenommen? Sowohl die Idee als auch die Vorlesung selbst kam bei den Studenten extrem gut an (vielleicht, weil viele von Ihnen später aufstehen konnten). Es handelte sich um Wirtschaftinformatik-Studenten im vierten Semester im Kurs „e-Commerce und Web-Hosting“.

Was sind nun die Lehren aus diesem Versuch:

1.) 30 Minuten vor Beginn der Vorlesung anwesend sein.

An meinem Arbeitsplatz war die Netzgeschwindigkeit heute extrem langsam und nach 20 Minuten war ich erst auf der Seite. Wenn ich nicht so viel Zeit gehabt hätte, wäre ich ziemlich ins Schwitzen gekommen.

2.) Session 15 Minuten vor dem eigentlichen Beginn starten.

Wiziq ist so gebaut, dass man erst zu Beginn der Vorlesung den „Raum“ auch wirklich betreten kann. Wenn man noch etwas vorbereiten will (Folien hochladen, Tafel vorbereiten), dann muss die Vorlesung bei Wiziq früher als ihr eingentlicher Start eingetragen sein.

3.) Bedienungsanweisung schreiben – Mikrophoneinstellung.

Das Werkzeug ist sehr einfach und die Studenten hatten keine Schwierigkeiten damit. Das wäre allerdings bei Nicht-Informatikern anders gewesen. Hierzu braucht man eine Bedienungsanweisung. Folgender Punkt muss auf jeden Fall dort hinein: Jeder Teilnehmer muss dafür Sorge tragen, dass das Wiziq-Tool mit dem richtigen Mikrophon, nämlich dem am Headset, verbunden ist. Wenn im Computer ein eingebautes Mikrophon existiert oder eine Webcam ein eingebautes Mikrophon hat und dies die Standard-Einstellung ist, führt das zu Rückkopplungen. Das Tool erlaubt aber leicht, das Mikrophon on the fly zu wechseln.

4.) Netiquette

Jetzt wird’s interessanter: Es wäre brauchbar, ein Protokoll für die Kommunikation festzulegen. In dem steht folgendes: Wer sich melden will, „buzzt“ den Lehrer an (das kann man in dem Tool machen, bei der Person, die angebuzzt wird, läutet dann eine Klocke) und schreibt „meldung“ in den Chat. Das Tool hat zwar die Möglichkeit, dass ein optisches Signal dem Lehrer zeigt, dass sich jemand meldet, aber bei den vielen Teilnehmern fällt das nicht auf.

5.) Vorbereitung und Spontaneität

Die Vorlesung muss genauer vorbereitet werden als eine normale Vorlesung, da Überspringen von Folien oder Wechsel zwischen Folienstätzen recht lange dauern. Leider kann man hier nicht so spontan agieren wie im richtigen Leben. Weiter lohnt es sich, sich vorher Gedanken über die Interaktion mit den Studenten zu machen. Welche Aufgaben können durch Übergabe der Whiteboard-Steuerung erledigt werden? Ein guter Einfall während der Vorlesung war es, die Kontrolle des Zeige-Gerätes an einen Studenten abzugeben. Dieser war allerdings etwas unaufmerksam. Mit ein wenig Phantasie müßte es möglich sein, sich gute Aufgaben zu überlegen, die interaktiv am Whiteboard von mehreren Teilnehmern gemacht werden können. Ein Problem sind Gruppenarbeiten. Ich habe noch keine Idee, wie diese organisiert werden könnten.

6.) Interaktion

Die Kommunikative Interaktion in einer solchen Vorlesung ist überraschend gut, in gewisser Weise besser als in einer normalen Vorlesung. Da nebenher ständig gechattet wird (der Dozent muss in der Lage sein, dass in dies nicht aus dem Konzept bringt, vielleicht kann man sich dran gewöhnen), trauen sich die Studenten mehr und das Klima ist allgemein lockerer und inspirierter als in einer normalen Vorlesung. Die Qualität der Antworten auf konkrete Fragen an die Lernenen war sowohl von der Antwortfreude als auch von der Qualität der Antwort her im normalen Rahmen.

7.) Konferenz

Es ist zwar möglich, mehrere Teilnehmer „hörbar“ zu schalten, allerdings muss das für jeden einzeln vom Dozenten gemacht werden und bei mehr als 3 Konferenzteilnehmern bricht das Netz zusammen. Es ist aber problemlos möglich, dass sich der Lehrende und ein Teilnehmer unterhalten und die anderen hören zu bzw. beteiligen sich am Chat.

8.) Anstrengung und Immersion

Mir kam die Vorlesum deutlich anstrendender vor als eine normale Vorlesung. Das liegt allerdings bestimmt daran, dass es das erste Mal war. Ich habe den Eindruck, man kann sich sehr gut an die Medien-Vielfalt gewöhnen und völlig (wie z.b. beim Chatten) in der Vorlesung abtauchen. Ich bin sehr gespannt zu erfahren, ob dieses Immersionserlebnis bei den Studierenden genau so da war, denn das scheint mir eine Qualität zu sein, die die Lernform sehr interssant macht. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen sie zu fragen.

9.) Fortsetzung

Der nächste Test findete mit einem Erstsemesterkurs mit über 40 Studenten statt. Ich werde darüber berichten.

axel benz