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Articles Archive for Juli 2008

Allgemein, Technologie »

[ birkenkrahe | 29 Jul 2008 | No Comment ]

Sommerloch
Das Sommerloch hat sich auch unter dem Elerner geöffnet … damit wir nicht gänzlich darin verschwinden, hier unser Tip, um auch im August dazuzulernen: von Macon State College in den USA kommt eine preisgekrönte Sammlung von Web Tutorials zu verschiedenen Themen (HTML/CSS, XML, ASP), die schön gestaltet sind und interessant für alle, die sich für Web-Technologie interessieren.

Kundenmanagement
Im Sommer bleiben auch viele Kunden weg – eine gute Gelegenheit, sich mit Customer Relationship Management (CRM) Systemen zu beschäftigen: freeCRM und sugarCRM sind Open Source CRM Systeme, die viel eingesetzt werden, und zu denen es gute Demos online gibt (besonders die sugarCRM Demos sind hervorragend, und werden von mir regelmäßig im Unterricht eingesetzt).

GooglePlex
Oder wenn Sie sich einfach beschallen lassen möchten: YouTube hat einen eigenen „Kanal“ für Technology-Vorträge bei Google, Inc. in Kalifornien: GoogleTechTalks, mit vielen wirklich interessanten Themen – manche mehr, manche weniger technologisch. An Google ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt auch viel Kritik.

Enjoy the sun!

Best practice, Didaktik, Technologie »

[ birkenkrahe | 13 Jul 2008 | 2 Comments ]

Das Sommerloch ist eine Gelegenheit, etwas abgefahrenere Lernumgebungen zu präsentieren – heute: virtuelle 3D-Umgebungen: umfassende Beispiele, auch Kurse, über Lehrversuche in „Second Life“ (SL) gibt es auf dem von IBM und SL gesponsorten „Second Life Grid„. Mittlerweile gibt es auch ein zweites Deutschland. Eines reichte eben nicht…

Seit ca. 1 Jahr habe ich selbst auch ein Büro in SL, auf „Aya’s Rock„. Einfach einen Account holen, und im „Search“ nach „Birkenkrahe“ suchen, mir dann eine „IM“ (Internet Message) schicken, die ich kriege, auch wenn ich nicht gerade eingeloggt bin. Mein virtuelles Büro hat einen Pool, deutlich mehr Platz als mein reales Büro, sowie einen Seeblick… den ich sonst in Berlin nicht kriegen kann! Angefangen hat diese Reise für mich vor 15 Jahren, als ich einen der (den?) ersten virtuellen Kurs lehrte – in einer textbasierten Umgebung namens MOO. Thema: die Programmiersprache C++. Bis heute argumentieren Praktiker, dass textbasierte Umgebungen möglicherweise Lernen besser unterstützen als 3D-Umgebungen – siehe Forschung von GATECH professor Amy Bruckman.

Meine eigenen ersten Versuche im letzten Semester, Studenten als Teil mehrerer Semesterprojekte ins SL zu holen, waren begrenzt erfolgreich. Die Projekte waren zwar ziemlich gut, aber wirklich virtuell unterrichtet habe ich dort (noch) nicht. Dabei bin ich überzeugt, das sich zumindest ein Teil des E-Learning in den virtuellen Welten abspielen wird – und zwar im wörtlichen Sinne, nämlich „spielerisches“ Lernen, anstatt Wissensvermittlung. Das ist genau der Trick. Im MOO hat das (damals) gut funktioniert, und die Präsenz vieler Dozenten im SecondLife weist ebenfalls darauf hin.

Hier ist eine Übersicht aller in SL tätigen Lehranstalten (soweit sie angemeldet sind). Häufig sind Schulseiten noch besser als universitäre Angebote. Beispiel: Math-Playground – in SL vertreten auf Edu-Island, wo es noch viele andere Resourcen gibt. Z.B. diese Präsentation zu Moodle.

Seit Juni 2008 ist auch die Universität Hamburg in SecondLife vertreten – mit einer eigenen Insel („private island“), die aber öffentlich zugänglich ist: dort sehen wir das Hauptgebäude der Uni, in dem sich ein voll ausgestatteter Hörsaal befindet, im Foyer und vor dem Gebäude präsentieren sich aktuelle Forschungsprojekte, und gegenüber steht eine Bühne mit Schlagzeug, Synthesizer und Lichteffekten, bei der jeder mal spielen kann („Sit down to play“).

Im Juli 2008 feierte SecondLife 5-jähriges Jubiläum auf dem Internet. Bei einer (virtuellen) Feierveranstaltung in SecondLife sprach einer der Gründer und Investoren, Mitch Kapor, der für IBM die erste Killerapplication (das Spreadsheet Lotus 1-2-3) entwickelte. Business ohne Spreadsheets ist heute kaum vorstellbar … Kapor erklärt seine Vision des „nächsten Trends“ virtueller Welten: die größere Emotionalität der Avatare, der elektronischen Abbilder menschlicher Nutzer, durch mehr Gesichts- und Körperanimation. Die Technologie hierfür steht bereits bereit – mit Hilfe von 3D-Kameras werden eigene Körperbewegungen und Gesichtsausdrücke in SecondLife animiert – ein kleiner Video erläutert das.

Wie geht die Story weiter? Wir wissen es nicht. Ab September werde ich wieder virtuelle Sprechstunde abhalten – vielleicht wird es sogar bald eine „Second FHW“ geben?

(Siehe auch: früherer Artikel).

Allgemein, Didaktik, Technologie »

[ rinmic | 5 Jul 2008 | No Comment ]

Nachdem Elearning seit einiger Zeit an vielen Hochschulen nicht nur Trendwort ist, sondern tatsächlich praktische Umsetzungen nach sich zog, wurden die oft propagierten Vorteile, die dieses mit sich bringen sollte näher beleuchtet. Oft wurde die Onlineprüfung, wegen ihrer leichten Zugänglichkeit für Teilnehmende und dem geringen Korrekturaufwand für Korrektoren, gelobt. Nun zeigen sich natürlich auch Stolperfallen, Dilbert wusste das übrigens schon 2006!

Möchte man nämlich den Vorteil der hohen Erreichbarkeit nicht verlieren indem man die Prüflinge zur Onlineprüfung in einen Raum an Computer setzt, sondern tatsächlich diese Prüfung auch Weltweit online verfügbar halten will, muss man sich intensiv mit der Identitätsbestätigung beschäftigen. Kann die reine Bestätigung noch relativ sicher erfolgen (Daumenabdrucksensoren, Passwörter), so ist eine Überwachung des Prüfungsortes natürlich nicht ohne weiteres möglich, so dass Hilfe von Dritten nicht ausgeschlossen werden kann. Auch sind typische Prüfungsregeln, wie das Verbot von mitgebrachten Quellen, nicht durchzusetzen.

Oft scheitert aber der Gedanke an eine Onlineprüfung schon an der lokalen Prüfungsordnung, da diese so etwas in den meisten Fällen gar nicht vorsieht. Eine Änderung dieser Prüfungsordnungen ist meist mit erheblichem Aufwand verbunden, so das Pilotprojekte schwer anlaufen.

Sogar wenn diese Probleme geklärt sind, gilt es ein Problem zu lösen welches didaktischer Natur ist. So bietet sich die klassische Prüfung im Klausurstil eher nicht für Onlineprüfungen an, wie weiter oben beschrieben und es muss auch die Frage gestattet sein, ob diese überhaupt noch sinnvoll ist. Wer würde allen ernstes davon ausgehen, dass Absolventen in ihrem späteren Berufsleben nicht jederzeit auf Quellen aus dem Internet zurückgreifen können oder sich Hilfe zu aktuellen Problemen über Communitynetzwerke holen können? Ist es wirklich sinnvoll, Einzelkämpfer auszubilden in einer Welt, deren globale Vernetzung jeden Tag zunimmt und mit ihr der Informationsfluss?

Diesen Fragen würde ein Projekt – und Gruppenbasiertes Prüfungsmodell gerecht werden, welches wiederum perfekt über Elearningplattformen realisiert werden kann, so stünde auch globalen Studiengängen wie sie bereits in Ansätzen praktiziert werden, nichts mehr im Weg.